Vorwort des Veranstalters

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Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Industriepartner,

wir, die Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Radiopharmazie der Klinik für Nuklearmedizin der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen, begrüßen Sie ganz herzlich zur diesjährigen Tagung der Arbeitsgemeinschaft Radiochemie und Radiopharmazie in Aachen (AGRR-2018).

Wir freuen uns, dass Sie den Weg in die ehemalige Kaiserstadt gefunden haben, in der ab dem frühen Mittelalter in der Nachfolge Kaiser Karls des Großen 30 deutsche Könige gekrönt wurden. Unter Karl dem Großen (747 – 814 n.Chr.) war Aachen Hauptstadt des fränkischen Großreiches. Schon zur Zeit der Römer war Aachen aufgrund der beliebten warmen Quellen eine Siedlung mit Thermal- und Heilbad. Insbesondere im Mittelalter war Aachen ein bedeutender christlicher Wallfahrtsort. Die fränkischen Reichsannalen berichten, dass zur Einweihung der Pfalzkapelle im Jahr 799 ein sagenhafter Reliquienschatz aus Jerusalem übersandt wurde. Die Hauptreliquien werden im vorderen sog. Marienschrein in der Chorhalle des Aachener Doms aufbewahrt. Bei der alle 7 Jahre stattfindenden „Heiligtumsfahrt“ werden diese Reliquien der Öffentlichkeit gezeigt. Ab dem späten Mittelalter war die Tuchfabrikation jahrhundertelang der wesentliche Wirtschaftsfaktor Aachens. Ende des 19. Jahrhunderts gewannen die heißen schwefelhaltigen Quellen wieder an Bedeutung und begründeten den Kurbetrieb, der bis heute – wenn auch im kleineren Umfang – fortgeführt wird. Die über 30 Quellen sind bis zu 73° C heiß und weisen einen hohem Anteil an Mineral- und Spurenelementen auf. Seit 1880 beherbergt Aachen die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH). 1966 kam die Fakultät für Medizin hinzu, die seit den 1980er-Jahren im neuen großen Universitätsklinikum nahe der niederländischen Grenze angesiedelt ist. Am 22. September 1965 wurde an der RWTH im Stadtteil Burtscheid ein Kernforschungsreaktor in Betrieb genommen. Dieser Siemens-Unterrichtsreaktor hatte eine thermische Leistung von 0,1 Watt. Im Jahr 2002 wurde der Reaktor abgeschaltet und im Oktober 2008 außer Betrieb genommen.

Aufgrund der dichten Historie haben wir uns dafür entschieden, die Tagung nicht im Aachener Umland sondern im Stadtzentrum abzuhalten. Unsere Jahrestagung findet zentral im Herzen von Aachen in dem klassizistischen Stadtpalais der Erholungsgesellschaft statt, unweit des Elisenbrunnens. Aufgrund des zu erwartenden Teilnehmerumfangs war die Akquirierung mehrerer Hotels im Citybereich erforderlich. Von dort erreichen Sie den Tagungsort zu Fuß innerhalb von zehn Minuten. Die Lage Ihres Hotels entnehmen Sie bitte der Citykarte von Aachen (siehe hier). Alle Hotels sind vom Hauptbahnhof aus gut erreichbar, sei es zu Fuß oder mit Stadtbussen. Wir hoffen, Sie haben in Ihrem Hotel einen angenehmen Aufenthalt.

Wie seit einigen Jahren gut etabliert, organisiert Dr. Christoph Solbach im Vorfeld der Jahrestagung erneut einen GMP-Workshop, der sehr gut als Fortbildung auf dem Gebiet der radiopharmazeutischen Produktion dient. Wie bei den letzten AGRR GMP-Fortbildungen wird es eine Schulungskontrolle geben. Dazu wird während der Fortbildung ein Personen-bezogener Fragebogen ausgefüllt. Zertifikate werden am Folgetag ausgegeben, sofern die Schulungskontrolle erfolgreich war.
Die Tagung wird gewürzt durch vier wissenschaftliche Übersichtsvorträge, die uns bei dem jeweiligen Thema den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik in den radiopharmazeutischen Wissenschaften vermitteln werden. Die vielfältigen Themen sind: „Liquid targets beyond 18F and 13N for the production of radionuclides by medical cyclotrons“ (Katherine Gagnon, PhD, Uppsala), „Multiparametrische Diagnostik und Theranostik von Tumoren“ (Prof. Dr. med. Fabian Kießling, Aachen), „Einfluss neuer Radio¬fluorierungs-methoden auf die Entwicklung der präklinischen und klinischen PET-Bildgebung“ (Prof. Dr. rer. nat. Bernd Neumaier, Jülich/Köln) und „Microfluidic flow technology: Can it revolutionize the production of radiopharmaceuticals?“ (Dion van der Born, PhD, Nijmegen).

Darüber hinaus werden uns 23 wissenschaftliche Kurzvorträge einen Überblick über die aktuellen Forschungsgebiete speziell im deutschsprachigen Raum geben. Wir freuen uns, dass diese Vorträge erneut überwiegend von jungen NachwuchswissenschaftlerInnen präsentiert werden. Gerade diese Beiträge sorgen für Vitalität und Kreativität in unserem Fachgebiet, das sich nach wie vor weiter entwickelt, wenn auch pharmazeutisch-regulatorische Aspekte immer mehr Raum einnehmen.

Da unsere Jahrestagung vor allem den kollegialen Austausch fördern soll, haben wir auch für die AGRR-2018 ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm zusammengestellt. Nach verschiedenen Führungen in der Aachener Innenstadt am Donnerstagabend (Altstadt-, Rathaus-, Domschatzkammerführung) werden wir den Abend in lockerer Atmosphäre im Café Madrid im Studentenviertel Pontstraße bei würzigen Tapas verbringen. Freitagabend fahren wir mit Bussen vom Theater aus in die nahe gelegene niederländische Stadt Maastricht. Vom Hauptbahnhof Maastricht aus werden wir – in Gruppen aufgeteilt – an einer Stadtführung durch die historische Altstadt teilnehmen, um im Anschluss den Abend im Ballsaal des Hotels L’Empereur bei einem vielseitigen Buffet ausklingen zu lassen. Busse bringen uns ab 22.00 Uhr wieder zurück nach Aachen. Haltestellen zum Ausstieg sind die vier eingebundenen Hotels in der Innenstadt.

Wir freuen uns weiterhin, dass etliche Firmen, die unser Fachgebiet bedienen, mit einem der 21 Ausstellertische vertreten sind oder auf andere Weise die Tagung fördern und somit die AGRR-2018 unterstützen. Die Nachfrage nach Ausstellertischen war zuletzt größer als das platzbedingte Angebot. Hier möchten wir insbesondere Sie als wissenschaftliche/n TeilnehmerIn zur regen Kontaktaufnahme mit den anwesenden Firmen während der ganzen Tagung einladen. Gelegenheiten dazu bieten die zahlreichen Pausen. Ohne die industrielle Unterstützung ist eine Jahrestagung mit einem solch reichhaltigen Programmangebot nicht realisierbar, wenn die Kosten erschwinglich und die Tagung attraktiv bleiben sollen, insbesondere auch für NachwuchswissenschaftlerInnen. An die Industrievertreter möchte ich an dieser Stelle appellieren, sich in Zukunft wieder stärker finanziell bei dieser „familiären“ und gut etablierten Tagung zu engagieren. Im Gegenzug wird Ihnen mit dieser Tagung eine Kundennähe ermöglicht, die nur wenige Symposien und Kongresse möglich machen können.

Wann immer Sie Fragen haben während der Tagung, wenden Sie sich vertrauensvoll an die AGRR-Sekretärin Kathrin Wewers oder an das Aachener Radiopharmazie-Team, erkennbar an den roten Lanyards.

So wünsche ich uns allen eine interessante Fachtagung mit vielen guten Kontakten und Gesprächen.

Aachen, den 30.08.2018

Andreas Vogg

Leiter Arbeitsgruppe Radiochemie/Radiopharmazie
Klinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum der RWTH Aachen